26 Juli 1996
Kasachstan, amnesty international ruft auf zu Aktionen gegen unmenschliche Haftbedingungen in KindergefΣngnissen
Jugendliche Gefangene in Kasachstan sind nach Aussagen von amnesty international der brutalen und verrohenden Situation des Faustrechts unterworfen.
In einer Untersuchung der Bedingungen im gesamten kasachischen GefΣngnissystem beklagt die Menschenrechtsorganisation die planmΣ▀ige Mi▀handlung von sowohl jugendlichen als auch erwachsenen Insassen und die erschreckenden Haftbedingungen, die vielfach einer Mi▀handlung gleichkommen.
Die Tatsache, da▀ selbst betroffene offizielle Stellen aussagen, da▀ die Todesstrafe weniger grausam sei als eine Unterbringung in kasachischen GefΣngnissen wirft ein klares Licht auf die Hoffnungslosigkeit dieses Gefangenseins.
Der Bericht hebt FΣlle von Folter und SchlΣgen in Polizeistationen und Strafanstalten hervor. Amnesty international hat auch FΣlle dokumentiert, in denen Gefangene in Bestrafungszellen untergebracht werden, die den internationalen Minimalanforderungen nicht genⁿgen, so z.B. mit GrundflΣchen von nur 1 m2, Temperaturen unter null Grad oder v÷lliger Finsternis.
Im gesamten GefΣngnissystem leiden Insassen unter unbehandelten Krankheiten wie Tuberkulose. Viele sind mangelernΣhrt oder sogar am verhungern. Die ▄berbelegung ist in manchen GefΣngnissen so hoch, da▀ die Inhaftierten in Schichten nacheinander schlafen mⁿssen.
In einem Jugendarbeitslager der Hauptstadt Alma Ata sind mindestens acht Insassen in den vergangenen Jahren unter ungeklΣrten UmstΣnden gestorben, einschlie▀lich einiger durch nicht behandelte Krankheiten oder MangelernΣhrung. Amnesty international fordert eine Untersuchung dieser TodesfΣlle und die juristische Anklage der dafⁿr Verantwortlichen.
Im April gaben offizielle Stellen in Kasachstan das Krankheitsproblem und die ▄berbelegung zu und verwiesen auf die mangelnden finanziellen Mittel. Im letzten Monat reduzierte sich die Zahl der Gefangenen von ca. 74000 durch eine Amnestie um ein Viertel. Dennoch hegt amnesty international gro▀e Zweifel daran, da▀ diese Ma▀nahme eine deutliche Verbesserung fⁿr die verbleibenden Gefangenen bedeutet.
Neben dem Appell an Kasachstan, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die internationalen Menschenrechtsstandards zur Behandlung von Gefangenen sicherzustellen, versucht amnesty international durch seinen Bericht die internationale Gemeinschaft anzuregen, gemeinsam mit den kasachischen Beh÷rden die genannten Probleme anzugehen.
Die Menschenrechtsorganisation hebt zusΣtzlich hervor, da▀ diese chronischen Probleme nicht allein auf Kasachstan beschrΣnkt sind sondern im gesamten Gebiet der ehemaligen Sowjetunion existieren.
Branko Stahl